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Ulmer-Auslese: Literatur
Arbeitskalender Weinbau August 2010
Jungfelder: Die jungen Reben sind unter idealen Bedingungen nun schon 1,2 - 1,9 m lang gewachsen. Die Geiztriebe werden nur bis zur Stämmchenhöhe wundenfrei entfernt. Darüber lässt man sie wachsen, um eine gute Holzreife und die Einlagerung von Reservestoffen zu ermöglichen. Ein leichtes Entspitzen der Geiztriebe vor Erreichen des oberen Heftdrahtes ist hierfür förderlich.
Der Pflanzenschutz muß bis Mitte September betrieben werden, um Peronospora- und Oidiuminfektionen vorzubeugen. Eine Kupferbehandlung mit einer viertel Menge fördert hierbei die Holzreife.
Ein häufig auftretendes Problem in ein – bis dreijährigen Junganlagen stellen die Kräuselmilben dar. Bereits im Pflanzjahr sollte versucht werden, eine Raubmilbenübertragung mit Laubschnitt aus Spenderanlagen mit Raubmilbenbesatz durchzuführen.
Der ca. zwei- bis dreimalige Einsatz von kostengünstigen Wasserglaspräparaten (Fa. Biofa in Münsingen; Burkhart in Jechtingen) oder der Ölmischung mit bis zu 7 l / ha zu Anfang und Mitte August stärkt die Jungreben gegen Kräuselmilben und Oidium. Die Kräuselmilben suchen zu diesem Zeitpunkt bereits ihr Winterquartier in den Rebknospen auf und werden durch die Anwendung am Eindringen behindert. Ebenso hat Kiron bei der Spinnmilbenbekämpfung einen Nebeneffekt auf Kräuselmilben.
Bodenbearbeitung
Der Boden sollte nur bearbeitet werden, wenn eine Begrünungseinsaat geplant ist. Ansonsten wird unnötigerweise der Humus abgebaut und Stickstoff freigesetzt. Ein erhöhter Botrytisbefall der Trauben ist meist die unangenehme Folge. Bei einem eventuellen Vollerntereinsatz können starke Verdichtungen in der Gassenmitte entstehen, wenn der Boden naß ist oder die Reben im Hanggrenzbereich stehen (Schlupf). Der Vollernter sollte so oft wie möglich entleert und mit Breitreifen bei ermäßigtem Reifendruck gefahren werden.
Zur Botrytisvermeidung und Stickstoffbindung kann ab sofort Senf eingesät werden. Er stellt eine Art „ Lebensversicherung“ dar: Bei feuchtem Wetter geht der Senf auf und Stickstoff wird festgelegt, der Wirkungsgrad beträgt bis zu 60 % gegen die Graufäule. Vor der Ernte sollte der hochgewachsene Bestand gewalzt werden, um die Ernte zu erleichtern.
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Vor Einsaat ist vor allem bei Jungfeldern für eine ausreichende Humuszufuhr zu sorgen. Dies gilt vor allem auf frisch verschobenen Böden ohne Bodenleben. Jungreben sind dort auch Jahre nach der Pflanzung gefährdet, abzusterben. Den Boden in einen Zustand des optimalen Pflanzenwachstums zu bringen, kann hier Jahrzehnte dauern. Es empfiehlt sich, in solchen Fällen den Leguminoseneinsaaten das Bakterienpräparat Radicin beizumischen. Die Leistungsfähigkeit und somit der Stickstoffertrag der Begrünung wird hierdurch wesentlich gesteigert, weil die enthaltenen stickstofffixierenden Bakterien die Wurzelknöllchenbildung fördern. Ein Gemenge, das viele Nützlinge anlockt und entscheidend zur Stabilisierung des ökologischen Gleichgewichts beiträgt, ist die Mischung nach Wolff (Fa. Becker – Schoell, Ilsfeld oder Biofa, Münsingen). Sie besteht, zusätzlich zu den Kleearten, aus Stockmalve, Schafgarbe, Kümmel, Ölrettich und Pimpinelle u.ä. Eine nährstoffundurchlässiger Wurzelhorizont wie bei den reinen Grasansaaten wird effektiv verhindert und der Boden aufgeschlossen. Sie wird zwei mal gewalzt und in Trockenperioden evtl. umgebrochen. Der Einsaatzeitpunkt liegt normalerweise im April, die einjährigen Anteile laufen jedoch auch jetzt noch auf. Bestellen sie die Mischung ohne Senf, da sonst unnötige Schröpfschnitte nötig werden. Die Leguminosengemenge erzielen einen Stickstoffertrag von ca. 50kg / ha bei der Einsaat in jeder zweiten Gasse. Der Luftmangel, die Ursache der Chlorose, wird nebenbei ebenfalls beseitigt.
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